Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Praxis Dr. med. Uwe NabielekFrauenheilkunde und Geburtshilfe 

Online Terminvereinbarung

und Online Rezeptbestellung:

Hier

Schwangerschaft & Wochenbett: Ratgeber & Tipps - Körper und Wellness

Dehnungsstreifen (Schwangerschaftsstreifen, Striae distensae):

Bei Hautdehnungsstreifen (Striae distensae) handelt es sich um Risse im Unterhautgewebe. Sie entstehen in Zeiten rascher Gewichtszunahme, vorwiegend in der Schwangerschaft, weshalb sie häufig auch Schwangerschaftsstreifen genannt werden. Aber auch, wenn jemand in kurzer Zeit eine größere Gewichtszunahme verbucht oder große Mengen Gewicht reduziert, können die Streifen entstehen.

 

Die Neigung zu Dehnungsstreifen hängt in erster Linie von dem Bindegewebe ab. Wer unter einer angeborenen Bindegewebsschwäche leidet, neigt eher zu Dehnungsstreifen wie jemand mit einem straffen festen Bindegewebe. Ausschlaggebend ist auch der Hormonstatus. In Zeiten, in denen der Cortisonspiegel im Blut erhöht ist, kommt es eher zu Dehnungsstreifen. So ist z. B. in der Schwangerschaft der Cortisonspiegel erhöht, ebenso in der Pubertät und bei Menschen, die unter einer Hormonbehandlung stehen.

 

Wenn die Haut überdehnt wird, entstehen kleine Risse in dem elastischen Unterhautgewebe. Sie entwickeln sich vorwiegend an Bauch, Brust, Hüften und Oberschenkel. Diese Risse schimmern zunächst rötlich/bläulich, da die Blutgefäße durchscheinen. Später vernarben sie und sind dann weiß. Sie verschwinden nicht mehr.

 

Deshalb ist ein rechtzeitiges und effektives Vorbeugen gegen Dehnungsstreifen entscheidend. Vorbeugend kann man z. B. in der Schwangerschaft eine Zupfmassage machen. Dazu wird die Haut der gefährdeten Stellen vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger angehoben und dazwischen gerollt. Diese Massage sollte dreimal täglich durchgeführt werden. Günstig wirken sich auch (Kneipp)-Güsse und trockene Bürstenmassagen aus. Da die Haut, besonders in der Schwangerschaft, auch gerne austrocknet, sollte sie auch häufig mit Körperöl oder einer gehaltvollen Bodylotion eingecremt werden.

 

Der positive Effekt der regelmäßigen Massage kann durch die Verwendung neu entwickelter Massagelotionen mit spezifischen Wirkstoffen möglicherweise noch verstärkt werden.  Der Wirkstoff Centella asiatica (Tigergras) fördert nachweislich die Kollagensynthese. Er ist beispielsweise in der Creme Kelofibrase® von Sandoz oder auch der Spezialpflege Soin Complet Special Vergetures® von Clarins vorhanden. Wichtig ist die regelmäßige und frühzeitig beginnende (ab der 13. Schwangerschaftswoche) Massage und Pflege, um die Haut beziehungsweise das Bindegewebe auf die starke Dehnung und Beanspruchung vorzubereiten. 

 

Haare färben (Coloration):

Obwohl beim Haare färben nur geringe Mengen von Chemikalien über die Kopfhaut in den Körper gelangen, ist es sinnvoll, während der ersten 12 Schwangerschaftswochen und in der Stillzeit auf pflanzliche Mittel wie Henna auszuweichen, da deren Wirkstoffe kaum von der Kopfhaut aufgenommen werden. Fehlbildungen sind bisher keine bekannt. Auch bei Friseurinnen gibt es keine sicheren Hinweise. Farbstoffe namhafter Hersteller sind alle geprüft und können verwendet werden. Eine Alternative können Strähnchen sein, da hier so gut wie kein Kontakt mit der Kopfhaut besteht.

 

Piercing:

Piercing birgt das Risiko von Infektionen. Direkte Einwirkungen auf den Feten sind nicht bekannt, jedoch kann jede Infektion eine Bedrohung für eine Schwangerschaft darstellen (Gefahr einer Fehlgeburt), besonders, wenn in der unteren Körperhälfte oder im Genitalbereich gepierct ist. Der gepiercte Bauchnabel sollte besonders gut eingecremt werden, damit die Haut schön elastisch bleibt. Trotzdem wird dieses Piercing mit zunehmenden Bauchumfang oft unangenehm. Dann muss das Metall-Schmuckstück entfernt und durch ein biegsames Plastikteil ersetzt werden. Ein Brustwarzenpiercing muss aufgrund der hohen Empfindlichkeit der Warzen häufig schon in der Frühschwangerschaft entfernt werden. Stillen kann nach einem Brustwarzenpiercing problematisch sein, falls mehrere Milchkanäle verletzt worden sind

Sauna:

Sauna ist nicht nur Wellness, sondern auch ein biologisches, nicht pharmakologisches Therapieverfahren. Ein Saunabad ist grundsätzlich von der Kindheit bis ins hohe Alter möglich. Wie im Sport wird zwischen Sauna-Training mit individuell unterschiedlicher Intenssivierung (maximal 20 Minuten) und Saunaregeneration über 5-10 Minuten mit moderatem Pulsanstieg und milder temporärer Hyperthermie unterschieden. In der Schwangerschaft ist nur die regenerative Sauna erlaubt, günstig in Verbindung mit Aquagymnastik. Voraussetzung ist, dass die Schwangere gesund ist und der Schwangerschaftsverlauf unkompliziert. Wegen der Gefahr von Kreislaufproblemen sollte eine Schwangere nicht allein in die Sauna gehen.

 

Solarium:

Die mit dem Solarium verbundene Hyperthermie kann sich ungünstig auf die fetale Entwicklung auswirken. Bekannt ist auch eine Assoziation zwischen Solarium und Pseudoporphyrie, einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut mit Erythemen und Brennen im Bereich der belichteten Hautareale, erhöhte Vulnerabilität der Haut und nachfolgender Blasenbildung. Sowohl Bauchlage als auch Rückenlage unter der Sonnenbank können in der zweiten Schwangerschaftshälfte Probleme hervorrufen. Deshalb sollte ein Solariumbesuch eher unterlassen werden.

 

Sonnenbad:

Sonnenbäder in normalem Umfang sind erlaubt. UV-Strahlen sind für den Feten unbedenklich. Doch denken Sie auch an ihre eigene Haut, denn die sowohl für Sonnenbrand als auch für Hautalterung verantwortlichen Strahlen können auch Hautkrebs auslösen. Hinzu kommt, dass die Haut einer Schwangeren wegen der Hormonumstellung manchmal ganz anders auf die Strahlen reagiert als vorher, meist schneller aber unregelmäßiger bräunt. So können bei Frauen fleckige Pigmentierungen hervorgerufen werden, besonders bei dunkelhaarigen.


Anrufen

E-Mail

Anfahrt