Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Schwangerschaft & Wochenbett: Erkrankungen - Verdauungsstörungen

Durchfall:

Setzt man mehr als 3 flüssige oder breiige Stühle pro Tag mit einem Gewicht von über 200 g pro Tag ab, wird dies als Durchfall (Diarrhoe) bezeichnet. Dauert der Durchfall länger als 2 Wochen an, spricht man von einem chronischen Durchfall.

Akute Durchfälle werden auch in der Schwangerschaft meist durch virale und bakterielle Infektionen hervorgerufen. Diese heilen unter symptomatischer Therapie mit Flüssigkeitsersatz und Korrektur des Elektrolythaushalts meist innerhalb weniger Tage ab.

Aufgrund langjähriger Erfahrung ist bei starken Darmkrämpfen die kurzfristige Gabe von Loperamid in der Schwangerschaft als relativ sicher anzusehen. Es hemmt stark die Darmbewegungen, Krämpfe treten dann nicht mehr auf. Flüssigkeit und Nährstoffe können wieder besser aufgenommen werden, weil der Darminhalt nicht so schnell ausgeschieden wird. Da somit aber auch Keime und schädliche Stoffe länger im Darm bleiben, sollte das Mittel nicht länger als 2 Tage eingenommen werden.

Ansonsten kann z. B. auch eine Kombination aus Hefen, die etwaige Gifte auffangen und gleichzeitig die entstehenden Lücken der Darmflora vorübergehend besetzen können, sowie Laktobazillen und Bifidobakterien (Probiogast®) den Heilungsprozess unterstützen.

Eine Gefährdung des Ungeborenen liegt bei akuten Durchfällen in der Regel nicht vor.

 

Verstopfung:

Verstopfung (Obstipation) ist ein Leitsymptom zahlreicher Grunderkrankungen, keine Krankheit an sich. Bei der akuten Verstopfung haben die Betroffenen weniger als 6 Monate 2 oder weniger Darmentleerungen pro Woche und klagen über Schwierigkeiten, die Entleerung einzuleiten.

Aus vielen Gründen kann es zu einer schwangerschaftsbedingten Verstopfung kommen. Eine ungenügende Flüssigkeitsaufnahme, die Ausbildung von Ödemen, sowie eine verlängerte Dünn- und Dickdarmtransitzeit mit infolge dessen vermehrter Aufnahme von Wasser und Elektrolyten können zur Eindickung des Stuhles führen. Verringerter Ballaststoffverzehr, Einnahme von Eisenpräparaten wie auch von kalzium- und aluminiumhaltigen Antazida, mangelnde körperliche Bewegung, mechanische Effekte der wachsenden Gebärmutter auf den Darm sowie eine Schwäche der Bauchmuskulatur und des Beckenbodens, gerade bei Mehrgebärenden, werden als begünstigende Faktoren angesehen.

Therapeutisch kommen Veränderungen der Lebensweise und der Ernährung in Frage. Zu empfehlen sind gut bekömmliche Vollkorngetreidearten, frische und getrocknete Früchte (Pflaumen, Feigen, Datteln und Kiwi) sowie rohe und gekochte Gemüse und Salate, unterstützt durch eine reichliche Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 Litern Flüssigkeit am Tag. Dazu kommt ausreichende körperliche Bewegung.

Hydro- und thermotherapeutisch kann auch die Anwendung einer Wärmflasche im linken Mittel- und Unterbauch 2x täglich oder eine Selbstmassage der Bauchdecke (Massage des Dickdarms beginnend im rechten Unterbauch, im Uhrzeigersinn weiter) die Symptomatik verbessern.

Bei Bedarf können Laxanzien als Arzneimittelspezialität hinzugefügt werden. Laktulose wird im deutschsprachigen Raum traditionell häufig als Laxans 1. Wahl während der Schwangerschaft angewendet. Ein Nachteil ist in der Folge die Entwicklung von starken Blähungen. Polyethylenglycol, kurz PEG, in der Pharmazie auch Macrogol genannt, ist in seiner abführenden Wirkung der Laktulose noch überlegen. Die Wirkung tritt innerhalb von Stunden ein, hält über Tage an und entfaltet sich unabhängig von der mikrobiellen Flora des Dickdarms. Die tägliche Dosis kann mit einer Mahlzeit eingenommen werden und sie stellt keinerlei zusätzliche Kalorienbelastung dar. Ein Nachteil ist die salzige Geschmackskomponente.

2. Wahl bei Versagen dieser Therapien und erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sind die diphenolischen Laxanzien Bisacodyl (z. B. Dulcolax, Laxans oder Bisco-Zitron) und Natriumpicosulfat (z. B. Agiolax Pico Abführ-Pastillen, Dulcolax NP Tropfen oder Laxoberal Abführ-Perlen, -Tabletten und -Tropfen). Sie können stark schmerzhaften Stuhldrang auslösen und sind deshalb nur eine gelegentliche und kurzfristig anwendbare Therapieoption zu den osmotischen Laxanzien PEG und Laktulose.

Während des Stillens können diese vier Substanzen ebenfalls eingesetzt werden.


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