Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Schwangerschaft & Wochenbett: Erkrankungen - Sodbrennen

Unter Sodbrennen versteht man ein hinter dem Brustbein lokalisiertes Gefühl von Brennen und Hitze, das vom mittleren Oberbauch bis in die Halsgrube aufsteigt. Die teils schmerzenden, teils krampfartigen Beschwerden sind von unterschiedlicher Intensität und Dauer und können spontan oder in Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme auftreten. Begleitende Symptome sind oft das Aufstoßen von Luft und saurem Magensaft, Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, Kloßgefühl im Hals (mitunter mit Räusperzwang) sowie eine verstärkte Speichelsekretion. Das Sodbrennen beruht in erster Linie auf einem Rückfluss von saurem Mageninhalt infolge eines gestörten muskulären Verschlussmechanismus am Übergang der Speiseröhre zum Magen, bedingt durch Veränderungen im Hormonstatus der Schwangeren. Im letzten Schwangerschaftsdrittel kommt es zudem zu einer erschwerten Magenentleerung durch eine Druckerhöhung im Bauchraum infolge der enormen Vergrößerung der Gebärmutter.

 

Allgemeinmaßnahmen:

  • Es sollte möglichst in Ruhe gegessen werden, Stress vermieden werden.
  • Es sollte möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit gegessen werden.
  • Alle Speisen sollten gut durchgekaut werden.
  • Süße Speisen, Schokolade, und Kuchen, fettige Speisen oder Pfefferminze senken die Kraft des Verschlusses zwischen Speiseröhre und Magen und sollten deshalb gemieden werden.
  • Eine entzündete Schleimhaut der Speiseröhre wird zusätzlich durch Zitrusfrüchte, Obstsäfte, Eisenpräparate und scharf gewürzte Speisen gereizt.
  • Kaffee, Nikotinkonsum und Alkoholika stimulieren die Ausschüttung von Magensäure und sollten deshalb ebenfalls gemieden werden.
  • Das Trinken von kohlensäurehaltigem Mineralwasser begünstigt das Aufstoßen und damit den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre.
  • Nach üppigen Mahlzeiten kommt es Stunden später reaktiv auch zu einer vermehrten Ausschüttung von Magensäure, dies kann durch Verteilung auf 4-6 kleine Mahlzeiten über den Tag besser kompensiert werden.
  • Beim akuten Aufstoßen bietet das Kauen von Haselnüssen, Mandeln oder von Weißbrot erste Hilfe.
  • Als Hausmittel leisten Teemischungen aus Fenchel, Anis, Kümmel und Kamille gute Dienste.
  • Eine ausreichende Bewegung wirkt vorbeugend.
  • Späte Abendmahlzeiten sind zu vermeiden, die letzte Mahlzeit sollte 3-4 Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden.
  • Um nächtlichen Säurerückfluss zu lindern, sollte das Kopfende des Bettes um 20 cm höher gestellt werden.
  • Auch das Tragen einengender Kleidung, reichlich Übergewicht und starkes Pressen beim Stuhlgang begünstigen Aufstoßen.

 

Medikamentöse Behandlung:

Mittel der ersten Wahl sind die sogenannten Antazida mit Wirkstoffen wie Magaldrat (Riopan®) oder Hydrotalcid (Talcid®) oder auch Calcium- und Magnesiumcarboant (Rennie®). Die ersten beiden Präparate enthalten Aluminium und sollten generell nur kurzfristig eingesetzt werden. Sie sollten zwischen den Mahlzeiten und vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Da Antazida die Aufnahme von Eisenpräparaten beeinflussen können, sollten Eisenpräparate zeitlich versetzt eingenommen werden. Reichen diese Präparate nicht aus, kann man zunächst auf sogenannte H2-Rezeptor-Antagonisten wie Ranitidin und bei weiterhin bestehenden starken Beschwerden auf Protonenpumpehemmer wie Omeprazol zurückgreifen.


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