Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Schwangerschaft & Wochenbett: Erkrankungen - Periphere Nervenläsionen

Obere Extremitäten:

Häufigste periphere neurologische Komplikation der Schwangerschaft ist das Karpaltunnelsyndrom mit einer Inzidenz von knapp 20 %. Die vermehrte Flüssigkeitseinlagerung führt zu dem typischen nächtlichen Kribbeln in den Fingern oder zu Schmerzen. In der Regel reichen die Ruhigstellung im Handgelenk während der Nachtstunden bzw. Steroidinjektionen lokal aus; nur beim Auftreten motorischer Symptome sollte eine Dekompression erwogen werden.

Gesicht:

Warum periphere Fazialisparesen während einer Schwangerschaft 2 – bis 4-mal häufiger auftreten, ist unklar. Diskutiert werden perineurale Ödeme, eine Thromboseneigung der begleitenden Blutgefäße und eine relative Immunsuppression. Die Manifestation meist im letzten Schwangerschaftsdrittel oder in der 1. Woche nach der Geburt erlaubt den Einsatz von Kortikoiden ohne Gefährdung des Kindes.

Untere Extremitäten:

Periphere Nervenläsionen der unteren Extremitäten treten bei 58 von 10 000 Entbindungen auf. Zu den Nervenläsionen, die sich vor allem nach der Entbindung manifestieren, zählen:

  • die Meralgia paraesthetica,

  • das Howship-Romberg-Syndrom.

Eine Schädigung des N. cutaneus femoris lateralis, die Meralgia paraesthetica, kann während der natürlichen Geburt durch die Lagerung der Mutter provoziert werden. Die schmerzhaften unangenehmen Empfindungen des ventrolateralen Oberschenkels werden durch Lidocain-Pflaster oder lokale Infiltrationen behandelt.

Die Schädigung des N. obturatorius kommt zustande, wenn der kindliche Kopf in das Becken eintritt. Es resultieren Missempfindungen an der distalen Innenseite des Oberschenkels, das Howship-Romberg-Syndrom. Auch hier helfen lokale Lidocain-Pflaster.

Läsionen anderer Beinnerven (N. femoralis, N. ischiadicus, Plexus lumbosacralis) machen den CT- oder MR-tomografischen Ausschluss von Einblutungen (retroperitoneal, M. iliopsoas) erforderlich. Die lumbosakrale Peripartum-Plexopathie tritt sehr selten vor der Geburt in der 32.–34. Gestationswoche mit Rückenschmerzen, Hüftbeuger- und Adduktorenschwäche auf. Meist zeigt sie sich unter oder nach der Entbindung bedingt durch Kompression am Beckenrand, und dann auch mit einer Fußheberschwäche, was zur Fehldiagnose eines L5-Syndroms führen kann. Die Inzidenz beträgt etwa 1 auf 4000 Entbindungen.


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