Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Schwangerschaft & Wochenbett: Erkrankungen - Extrauteringravidität

Die Extrauteringravidität oder ektope Schwangerschaft ist die Implantation einer befruchteten Eizelle außerhalb der Gebärmutterhöhle. Die Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität) stellt nur eine, wenn auch die bedeutendste Form der Extrauteringravidität dar. Die Inzidenz der Extrauteringravidität wird insgesamt mit etwa 2 % aller Schwangerschaften angenommen.

 

Risikofaktoren: Vorausgegangene operative Eingriffe an den Eileitern (Tuben) und eine vorausgegangene Tubargravidität sind die wichtigsten Risikofaktoren für die erneute Entstehung. Ungefähr 30 % aller Schwangerschaften nach Sterilisation sind Extrauteringraviditäten. 50 % der Schwangerschaften bei liegendem Intrauterinpessar sind Extrauteringraviditäten. Erhöhte Raten wurden auch bei Hormonbehandlungen im Rahmen der Sterilitätstherapie nachgewiesen. Frauen mit einer aktiven und/oder vorausgegangenen aszendierenden Infektion mit Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Extrauteringravidität.

 

Symptome: Patientinnen mit Extrauteringravidität können ein klinisches Bild von völliger Unauffälligkeit (intakte Tubargravidität), über einseitig betonte Unterbauchschmerzen (Tubarabort), bis hin zum massiven hämorrhagischen Schock (Tubarruptur) aufweisen. Extrauteringraviditäten werden gehäuft in der 6. bis 9. Schwangerschaftswoche diagnostiziert und die meisten Patientinnen stellen sich mit unspezifischen Symptomen vor.

 

Sonographische Diagnostik: Zu berücksichtigen ist, dass auch eine intrauterine (innerhalb der Gebärmutter) Fruchtanlage bei einem hCG unter 1.000 IU/L sonographisch nicht immer dargestellt werden kann. Eine sichere ektope Schwangerschaft stellt sich als extrauteriner (außerhalb der Gebärmutter) Gestationssack mit Dottersack und/oder Embryo dar, eine wahrscheinliche ektope Schwangerschaft als inhomogene Raumforderung im Bereich der Adnexe (Eileiter/Eierstöcke).

 

Serumbiochemie: Generell ist davon auszugehen, dass sich bei einer vitalen intrauterinen Schwangerschaft das hCG innerhalb von 48 Stunden etwa verdoppelt. Berücksichtigt werden muss, dass der minimale Anstieg bei einer vitalen Schwangerschaft innerhalb dieser Zeitspanne bei 35 % liegt. Bewährte Grenzen für den 48-Stunden-Verlauf sind ein Anstieg unter 66 % oder Abfall bis maximal 13 % des Ausgangswertes. Bei solchen Verläufen und einem hCG-Wert über 1.500 IU/L, sowie einem fehlenden intrauterinen Schwangerschaftsnachweis ist die Wahrscheinlichkeit für eine ektope Gravidität sehr hoch.

 

Therapie: Die operative Therapie der Tubargravidität beinhaltet entweder ein organerhaltendes Vorgehen oder eine Entfernung des betroffenen Eileiters (Salpingektomie). Das organerhaltende Vorgehen hat ein erhöhtes Risiko der Persistenz von Schwangerschaftsgewebe mit einer Rate von ca. 10 %, weshalb hCG-Kontrollen erforderlich sind. In der Mehrzahl der Fälle fällt das hCG am ersten postoperativen Tag stark ab und beträgt weniger als 50 % des Ausgangswertes.


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