Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Schwangerschaft & Wochenbett: Erkrankungen - Drohende Fehl- und Frühgeburt

Fehlgeburten werden in Frühabort und Spätabort unterteilt. Die Abgrenzung ist nicht einheitlich, häufig wird der Abschluss der 14. Schwangerschaftswoche als Trennzeit genommen. Ab einem Gewicht des Feten von 500 g spricht man von einer Totgeburt. Dieses Gewicht ist ab der 22. SSW zu erwarten.

 

Von einer Frühgeburt spricht man bei der Geburt eines Säuglings vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (SSW). Eine übliche Schwangerschaft dauert 40 Wochen (280 Tage nach der letzten Regelblutung). Bei frühgeborenen Kindern – oft „Frühchen“ genannt – dauert sie weniger als 260 Tage; gerechnet vom ersten Tag der letzten Menstruation. Sie wiegen in der Regel weniger als 2500 Gramm. In Deutschland liegt die Frühgeborenenrate bei 10 Kindern pro hundert Neugeborenen.

 

Maßnahmen zur Vorbeugung einer Fehlgeburt oder Frühgeburt und Verbesserung der kindlichen Krankheitshäufigkeit nach der Geburt:

  • Bei Blutungen im 1. und/oder 2. Schwangerschaftsdrittel senkt der kurzzeitige Einsatz von oralem Progesteron die Fehlgeburtsrate (Off-label-use).
  • Frauen mit Einlingsschwangerschaft nach einer Frühgeburt in der Vorgeschichte profitieren zur Vorbeugung einer erneuten Frühgeburt von der Gabe von 200 mg Progesteron intravaginal täglich zwischen der 17. und 37. Schwangerschaftswoche (Off-label-use).
  • Nikotinentwöhnung reduziert die Frühgeburtsrate.
  • Die antibiotische Behandlung einer asymptomatischen Bakteriurie reduziert die Frühgeburtenrate.
  • Die Behandlung einer bakteriellen Vaginose reduziert die Frühgeburtenrate.
  • Frauen mit Einlingsschwangerschaft, deren Gebärmutterhalslänge vor der 25. Schwangerschaftswoche weniger als 20 mm beträgt, sollten täglich 200 mg Progesteron intravaginal bis zur 37. Schwangerschaftswoche erhalten (Off-label-use). Diese Verkürzung des Gebärmutterhalses wird Zervixinsuffizienz genannt.
  • Bei Frauen mit Einlingsschwangerschaft nach vorangegangener Frühgeburt bzw. später Fehlgeburt, deren Gebärmutterhalslänge vor der 25. Schwangerschaftswoche weniger als 25 mm beträgt, wird die Schwangerschaft durch eine Cerclage oder einen totalen Muttermundsverschluss verlängert.
  • Die Einlage eines Cerclage-Pessars (Höhen 17, 21, 25 oder 30 mm) bei Patientinnen, deren Gebärmutterhalslänge vor der 25. Schwangerschaftswoche weniger als 25 mm beträgt, verlängert die Schwangerschaft signifikant.
  • Bei mehr als 1 cm eröffnetem Muttermund vor der 25. Schangerschaftswoche führt eine Notfallcerclage zu einer signifikanten Verlängerung der Schwangerschaft.
  • Frauen mit Einlingsschwangerschaft und vorzeitiger Wehentätigkeit sollten nach erfolgreicher Wehenhemmung 200 mg Progesteron intravaginal erhalten (Off-label-use). Eine vorzeitige Wehentätigkeit liegt vor, wenn mehr als 3 Kontraktionen von mindestens 30 Sekunden in 30 Minuten und eine Verkürzung der Zervixlänge und/oder Eröffnung des Muttermunds nachweisbar sind.
  • Mehrlingsschwangerschaften können von der Gabe von Progesteron (Off-label-use), einer Cerclage oder von einem Cerclage-Pessar (25 oder 30 mm) profitieren.
  • Die Induktion der Lungenreife (RDS-Prophylaxe) durch zwei Dosen Betamethason (je 12 mg) im Abstand von 24 Stunden im Falle einer drohenden Frühgeburt vor der abgeschlossenen 34. Schwangerschaftswoche reduziert die kindliche Krankheitshäufigkeit nach der Geburt. Der Effekt ist in einem Zeitfenster zwischen einem und sieben Tagen nach der Kortikosteroid-Applikation nachweisbar.

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