Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Frauenheilkunde: Arzneimittel & Naturheilmittel - Pflanzliche Arzneimittel

Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden:

 

Seit Jahrhunderten werden Heilpflanzen bei menopausalen Beschwerden eingesetzt. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen vor allem pflanzliche Arzneimittel, Arzneitees und Tinkturen.

Keuschlammfrüchte/Mönchspfeffer (Agni casti fructus):

Mönchspfeffer ist zur Behandlung von Zyklusunregelmäßigkeiten und prämenstruellen Beschwerden geeignet. Beispielsweise Femicur N® wird in Form einer Hartkapsel täglich durchgehend für mindestens 3 Monate unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa):

Ein besonders gutes Anspechen ist bei neurovegetativen Symptomen und in den frühen Wechseljahren zu erwarten. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass es mindestens vier Wochen dauert, bis sich erste Effekte zeigen. Präparate sind z. B. Remifemin® oder Klimadynon®.

Rhapontikrhabarberwurzel-Trockenextrakt:

Es wird zu Behandlung von Beschwerden in der Peri- und Postmenopause eingesetzt. Das Präparat femiLoges® wird unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Trinkwasser) möglichst immer zur gleichen Tageszeit eingenommen, morgens mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück oder ein bis zwei Stunden vor einer Mahlzeit.

Johanniskraut-Extrakte:

Johanniskraut ist fester Bestandteil der Therapie psychischer Beschwerden im Rahmen des menopausalen Syndroms und stellt eine Alternative zu Antidepressiva dar. Gegenanzeige ist eine bekannte Lichtüberempfindlichkeit. Als seltene Nebenwirkungen können neben einer Photosensibilisierung und sonnenbrandähnlichen Hautreaktionen gastrointestinale Beschwerden, allergische Reaktionen und Müdigkeit auftreten. Mögliche Präparate sind z. B. Jarsin®, Neuroplant® oder Laif®. Extrakt ist nicht gleich Extrakt. Trotz unterschiedlicher Johanniskrautextrakt-Mengen in einer Tablette ist die tägliche Einmalgabe ausreichend wirksam. Der Wirkeintritt wird innerhalb von 4 Wochen während der Behandlung erwartet.

Baldrian-Extrakte:

Anwendungsgebiete sind Unruhezustände und nervös bedingte Einschlafstörungen. Monopräparate sind beispielsweise Euvegal Balance® oder Baldriparan Stark für die Nacht®. Aber auch Kombinationspräparate aus Heilpflanzen sind erhältlich, z. B. Sedacur® forte (Baldrian, Hopfen, Melisse).

Lavendelöl:

Es wirkt in Form von Lasea® sedativ und entspannend. Es ist zur Behandlung von ängstlicher Unruhe mit Symptomen wie innerer Anspannung, kreisenden Gedanken und Schlafstörungen bei erwachsenen Patienten zugelassen. Nebenwirkungen wie Aufstoßen, Magen-Darm-Beschwerden und allergische Hautreaktionen können durch die Einnahme mit dem Essen reduziert werden.

Salbeizubereitungen:

Bei übermäßigem Schwitzen können zusätzlich Salbeizubereitungen als Teerezeptur oder Fertigarzneimittel eingesetzt werden. Ein Teeaufguss kann mit einem Teelöffel geschnittene Droge und 150 ml kochendem Wasser erfolgen, 5-10 Minuten ziehen lassen und abseihen.  Als Beispiel für ein Fertigarzneimittel sei Sweatosan N angeführt, 3x tgl. 1-2 überzogene Tabletten.


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