Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Empfängnisverhütung: Notfallverhütung

Verhütung mit Tabletten nach einem Geschlechtsverkehr (postkoital):

Levonorgestrel (z. B. Postinor®, PiDaNa®) ist ein synthetisches Gestagen. Die Einnahme sollte bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr und vor dem Konzentrationsanstieg des luteinisierenden Hormons (LH) erfolgen.

Ulipristalacetat (ellaOne®) ist ein selektiver Progesteron-Rezeptormodulator und kann bis zu 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Die Einnahme kann bis kurz vor dem LH-Gipfel bzw. bis zu einer Follikelgröße von 18 mm erfolgen. Mit Ulipristalacetat kann der bereits angestiegene LH-Spiegel wieder unter die kritische Grenze gesenkt werden.

 

Am größten ist die Wirksamkeit der beiden Substanzen jedoch, je früher die Einnahme stattfindet. Kontraindiziert sind diese Notfallkontrazeptiva in Tablettenform (sogenannte orale Notfallkontrazeptiva) für Patientinnen mit schwerem Asthma und schwerer Leberfunktionsstörung.

 

Bei der Einnahme eines oralen Notallkontrazeptivums sollten mögliche Arzneimittelwechselwirkungen bei gleichzeitiger Anwendung von sogenannten CYP3A4-Induktoren in Betracht gezogen werden.

 

Bei folgenden Präparaten können Wechselwirkungen auftreten:

  • Antiepileptika (z. B. Phenytoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Phosphenytoin, Oxcarbazepin, Primidon)
  • Antidepressiva (z. B. Johanniskraut)
  • HIV Therapeutika (z. B. Ritonavir, Efavirenz, Nevirapin)
  • Antituberkulostatika (z. B. Rifampicin, Rifabutin)

 

Für Frauen, die innerhalb der letzten 4 Wochen solche enzyminduzierenden Arzneimittel eingenommen haben, wird in erster Linie die Kupferspirale empfohlen. Kommt diese nicht infrage, sollte die übliche Dosis von Levonorgestrel von 1,5 mg auf 3 mg verdoppelt werden.

 

Postkoitale Verhütung mit Kupferspiralen:

Einige Kupferspiralen sind für eine Verhütung bis zu 120 Stunden nach dem Koitus zugelassen. Als Notfallkontrazeptivum bietet die Kupferspirale die höchste Sicherheit, da sie auch noch die Einnistung einer befruchteten Eizelle hemmt. Zudem ist die Kupferspirale auch bei Patientinnen mit schwerem Asthma oder Leberfunktionsstörung indiziert.

 

Sonderfälle beim Einsatz oraler Notfallkontrazeptiva:

Für stillende Patientinnen beträgt die Stillpause bei der Einnahme von Levonorgestrel nur acht Stunden und bei Ulipristalacetat eine Woche.

Bei wiederholter Einnahme von Notfallkontrazeptiva in Tablettenform innerhalb eines Zyklus sollte der Wirkstoff nicht gewechselt werden. Trotzdem ist eine Wirkreduktion möglich.

Für Patientinnen mit erhöhtem Körpergewicht bzw. BMI gibt es keine Einschränkungen bei der Anwendung von oralen Notfallkontrazeptiva.

 

Kostenübernahme durch die Krankenkasse:

Die Kosten der oralen Notfallkontrazeptiva werden für gesetzlich versicherte Frauen, die das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, im Rahmen des Sachleistungsprinzips durch die Krankenkasse übernommen.


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