Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Empfängnisverhütung: Hormonspirale Mirena®

Hormonspiralen, auch Intrauterinsysteme (IUS) genannt, enthalten das Gelbkörperhormon Levonorgestrel. Nach Einlage einer Hormonspirale in die Gebärmutter werden gleichmäßig geringe Mengen des Hormons freigesetzt. Als Folge baut sich die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr hoch auf und der Gebärmutterhalsschleim wird für Spermien, die zusätzlich in ihrer Funktion und Beweglichkeit gehemmt werden, undurchlässiger. Dies bewirkt eine zuverlässigere Verhütung als bei der Pille, obwohl im Unterschied zu anderen hormonellen Verhütungsmethoden der natürliche Zyklus häufig beibehalten, der Eisprung nicht unterdrückt wird. Die Sicherheit ist genauso hoch wie bei einer Sterilisation der Frau. Seit dem Jahr 1990 ist die Hormonspirale Mirena auf dem Markt.

 

Vorteile:

Ein Vorteil dieser Methode liegt in der hohen Effektivität bei einer langen Liegezeit von 5 Jahren. Die Blutungsintensität und -dauer werden vermindert, Schmerzen durch die Regelblutung gebessert. Es besteht aufgrund der Undurchlässigkeit des Gebärmutterhals-schleims ein Schutz vor Infektionen der Gebärmutter und Eileiter. Es gibt keinen Anwenderfehler von Seiten der Patientin wie z. B. bei einer vergessenen Pille.

 

Nachteile:

Durch die Hormonspirale Mirena® können bei etwa 30 % der Frauen in den ersten 6 Monaten nach Einlage gehäuft Blutungsstörungen auftreten, aber danach werden die eigentlichen Monatsblutungen kürzer und schwächer, teilweise auch unregelmäßig und selten, bei ca. 20 % der Frauen bleiben die Blutungen sogar ganz aus, ohne dass ein gesundheitliches Risiko vorliegt oder die Osteoporosegefahr erhöht ist.

Die möglichen anfänglichen Blutungsstörungen lassen sich durch die zusätzliche Gabe von 1-2 mg Estradiolvalerat über 5 Tage oder einer Levonorgestrel-haltigen Pille über zwei Monate meist gut therapieren.

Da die im Blut messbaren Hormonspiegel etwa 20- bis 100-mal geringer sind als bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln, treten hormonbedingte Begleiterscheinungen seltener auf als beispielsweise bei der Einnahme von Antibabypillen. Wer diese gut verträgt, kommt meistens auch mit einer Hormonspiale zurecht. Die häufigsten möglichen Nebenwirkungen sind das Auftreten von Akne, fettiger Haut, Bauch- oder Kopfschmerzen. In 1-10 % aller Fälle wird über depressive Verstimmungen, Migräne, Übelkeit, Haarausfall oder Brustschmerzen geklagt. Es kann zur Bildung von Ovarialzysten mit einer Größe von 30 mm oder mehr kommen, welche aber in aller Regel von alleine auch wieder verschwinden.

Unerwünschte Schwangerschaften treten zumeist dann auf, wenn die Spirale spontan aus der Gebärmutter ausgestossen wird. Deshalb wird eine erste Lagekontrolle mittels Ultraschall 2 bis 6 Wochen nach Einlage eines Intrauterinsystems durchgeführt. Weitere Kontrollen sind halbjährlich zu empfehlen.

Eine Mirena ist aufgrund ihrer Größe häufig nicht geeignet für junge Frauen im Wachstum mit noch kleiner Gebärmutterhöhle und sehr engem Gebärmutterhals.

 

Die Einlage:

Vor dem Einlegen wird die Packungsbeilage und ein Aufklärungsbogen zum Lesen ausgehändigt und es werden gegebenenfalls Fragen zu Nutzen und Risiken der Anwendung beantwortet. Die Enverständnisreklärung erfolgt schriftlich.

Das Einsetzen in die Gebärmutter erfolgt am zweckmäßigsten bei abklingender Regelblutung, da dann der Gebärmutterhals leicht geöffnet sowie eine Schwangerschaft mit großer Sicherheit ausgeschlossen ist. Außerdem lässt sich so die Anzahl von initialen Blutungsstörungen reduzieren. Es muss ein unauffälliger Krebsabstrich vorausgehen, der nicht länger als 6 Monate zurückliegen sollte. Die Gebärmutter darf nicht unterentwickelt sein, sollte eine Länge von mehr als 6 Zentimetern und eine Breite von mindestens 3,2 cm aufweisen.

Vor der Einlage werden zunächst die Scheide und der Gebärmuttermund desinfiziert. Dann wird die Gebärmutterlänge mit einer dünnen Sonde gemessen, die Sondenlänge sollte über 6 cm betragen. Eventuell muss der Gebärmutterkanal etwas erweitert werden mit sogenannten Hegar-Stiften (bis Hegar 4 oder 5). Anschließend wird die Spirale mit Hilfe eines dünnen Röhrchens vorsichtig durch den Gebärmuttermund in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Beim Herausziehen entfalten sich die Arme der Spirale und geben ihr einen Halt in der Gebärmutterhöhle. Zum Schluss werden die Rückholfäden auf die passende Länge gekürzt.

Beim Einlegen und auch in den ersten Tagen danach kann vor allem bei Frauen, die noch kein Kind geboren haben, vorübergehend ein Ziehen im Unterleib auftreten. Dieses klingt erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit wieder ab. Ungefähr 2 Stunden vor dem Einsetzen einer Mirena kann ein Schmerzmittel wie Ibuprofen eingenommen werden.

 

Schwangerschaft und Wochenbett:

Nach Entfernung der Spirale kann schon im ersten folgenden Zyklus eine Schwangerschaft eintreten. Auch nach einer Entbindung kann eine Spirale gelegt werden, frühestens etwa sechs Wochen nach der Geburt. Nach einem Kaiserschnitt müssen allerdings 12 Wochen vergangen sein. Eine Anwendung während des Stillens ist möglich, da die in die Muttermilch übergehenden Wirkstoffmengen so gering sind, dass Menge und Zusammensetzung der Muttermilch nicht beeinflusst werden.

 

Morbus Crohn:

Aufgrund von Einzelfallberichten wurde nach Einlage einer Hormonspirale eine Verschlimmerung der Erkrankung beschrieben. Deshalb sollte sie eher nicht erfolgen.

 

Diabetes mellitus:

Nach Einlage sollte anfangs häufiger der Blutzucker kontrolliert werden.

 

Wechseljahre:

In den Wechseljahren können zur Hormontherapie gleichzeitig Östrogene in Form von Pflastern, Gel oder Tabletten eingesetzt werden, ohne dass ein zusätzlicher Schutz der Gebärmutterschleimhaut durch weitere Gelbkörperhormone erforderlich würde.

 

Kosten:

Das Einlegen einer Hormonspirale ist eine Leistung, die in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Sie müssen sowohl für die Materialkosten der Spirale als auch für das Einsetzen aufkommen. Ultraschallkontrollen der Lage der Spirale sind mit Ausnahme der ersten Kontrolle wenige Wochen nach der Einlage kostenpflichtig. Auch die Entfernung der Spirale ist eine Selbstzahlerleistung!


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