Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Empfängnisverhütung: Hormonspirale Jaydess®

Hormonspiralen, auch Intrauterinsysteme (IUS) genannt, enthalten das Gelbkörperhormon Levonorgestrel. Nach Einlage einer Hormonspirale in die Gebärmutter werden gleichmäßig geringe Mengen des Hormons freigesetzt. Als Folge baut sich die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr hoch auf und der Gebärmutterhalsschleim wird für Spermien, die zusätzlich in ihrer Funktion und Beweglichkeit gehemmt werden, undurchlässiger. Dies bewirkt eine zuverlässigere Verhütung als bei der Pille, obwohl im Unterschied zu anderen hormonellen Verhütungsmethoden der natürliche Zyklus häufig beibehalten und der Eisprung nicht unterdrückt wird.

Seit März 2014 steht nach dem Model Mirena® mit Jaydess® auch eine kleinere Hormonspirale mit einer Größe von 28 x 30 mm zur Verfügung.

 

Vorteile:

Ein Vorteil dieser Art der Verhütung liegt in einer hohen Effektivität bei dreijähriger Liegezeit. Die Blutungsdauer, stärke und -häufigkeit werden vermindert, Schmerzen durch die Regelblutung gebessert. Es besteht aufgrund der Undurchlässigkeit des Gebärmutterhalsschleims ein Schutz vor Infektionen der Gebärmutter und Eileiter. Es gibt keinen Anwenderfehler von Seiten der Patientin wie z. B. bei einer vergessenen Pille. Durch ihre geringe Größe ist Jaydess speziell für junge Fauen, die noch keine Kinder geboren haben, häufig auch geeignet.

 

Nachteile:

Durch die Hormonspirale können in den ersten 6 Monaten nach Einlage gehäuft Blutungsstörungen mit unregelmäßigen Blutungen und Zwischenblutungen auftreten, aber danach werden die eigentlichen Monatsblutungen kürzer und schwächer, teilweise auch unregelmäßig und selten, bei ca. 12 % der Frauen bleiben die Blutungen sogar ganz aus, ohne dass ein gesundheitliches Risiko vorliegt oder die Osteoporosegefahr erhöht ist.

Die möglichen anfänglichen Blutungsstörungen lassen sich durch die zusätzliche Gabe von 1-2 mg Estradiolvalerat über 5 Tage oder einer Levonorgestrel-haltigen Pille über zwei Monate meist gut therapieren.

Da die im Blut messbaren Hormonspiegel deutlich geringer sind als bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln, treten hormonbedingte Begleiterscheinungen seltener auf als beispielsweise bei der Einnahme von Antibabypillen. Wer diese gut verträgt, kommt meistens auch mit einer Hormonspiale zurecht. Die häufigsten möglichen Nebenwirkungen sind das Auftreten von Akne, fettiger Haut, Bauch- oder Kopfschmerzen. In 1-10 % aller Fälle wird über depressive Verstimmungen, Migräne, Übelkeit, Haarausfall oder Brustschmerzen geklagt. Es kann zur Bildung von Ovarialzysten mit einer Größe von 30 mm oder mehr kommen, welche aber in aller Regel von alleine auch wieder verschwinden.

Unerwünschte Schwangerschaften können zumeist dann auftreten, wenn die Spirale spontan aus der Gebärmutter ausgestoßen wird. Deshalb wird eine erste Lagekontrolle mittels Ultraschall in der Regel innerhalb von 6 Wochen nach Einlage eines Intrauterinsystems durchgeführt. Weitere Kontrollen werden alle 6-12 Monate empfohlen.

 

Die Einlage:

Vor dem Einlegen wird die Packungsbeilage und ein Aufklärungsbogen zum Lesen ausgehändigt und es werden gegebenenfalls Fragen zu Nutzen und Risiken der Anwendung beantwortet. Die Enverständnisreklärung erfolgt schriftlich.

Das Einsetzen in die Gebärmutter erfolgt am zweckmäßigsten bei abklingender Regelblutung, da dann der Gebärmutterhals leicht geöffnet sowie eine Schwangerschaft mit großer Sicherheit ausgeschlossen ist. Es muss ein unauffälliger Krebsabstrich vorausgehen, der nicht länger als 6 Monate zurückliegen sollte.

Vor der Einlage werden zunächst die Scheide und der Gebärmuttermund desinfiziert. Dann wird die Gebärmutterlänge mit einer dünnen Sonde gemessen. Anschließend wird die Spirale mit Hilfe eines dünnen Röhrchens vorsichtig durch den Gebärmuttermund in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Beim Herausziehen entfalten sich die Arme der Spirale und geben ihr einen Halt in der Gebärmutterhöhle. Zum Schluss werden die Rückholfäden auf die passende Länge gekürzt.

Beim Einlegen und auch in den ersten Tagen danach kann vor allem bei Frauen, die noch kein Kind geboren haben, vorübergehend ein Ziehen im Unterleib auftreten. Dieses klingt erfahrungsgemäß nach kurzer Zeit wieder ab. Ca. 2 Stunden vor dem Einsetzen von Jaydess kann ein Schmerzmittel wie Ibuprofen eingenommen werden.

 

Kinderwunsch:

Ab dem ersten Zyklus nach der Entfernung kann eine Schwangerschaft eintreten.

 

Kosten:

Das Einlegen einer Hormonspirale ist eine Leistung, die in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Sie müssen sowohl für die Materialkosten der Spirale als auch für das Einsetzen aufkommen. Nur die erste Ultraschallkontrolle nach der Einlage ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, weitere Ultraschallkontrollen der Lage der Spirale sind kostenpflichtig. Auch die Entfernung der Spirale ist eine Selbstzahlerleistung.


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