Praxis Dr. med. Uwe Nabielek Frauenheilkunde und Geburtshilfe
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Empfängnisverhütung: Östrogen-Gestagen-Kombinationen - Kontraindikationen

Wann sollte auf eine Einnahme kombinierter oraler Kontrazeptiva verzichtet werden:

  • nach Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte; Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • bei akuter tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie; Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • nach tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie in der Vorgeschichte; Alternativen: Gestagenpille, Dreimonatsspritze, Hormon-Implantat, Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball, Hormonspirale

  • bei Herzfehlern mit Komplikationen; Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • bei Bluthochdruck zwischen 140/90 und 159/99 mmHg; Alternativen: Gestagenpille, Dreimonatsspritze, Hormon-Implantat, Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball, Hormonspirale

  • bei Bluthochdruck ab 160/100 mmHg oder Gefäßschäden; Alternativen: Gestagenpille, Hormon-Implantat, Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball, Hormonspirale

  • während langfristiger Bettlägrigkeit nach großen Operationen; Alternativen: Gestagenpille, Dreimonatsspritze, Hormon-Implantat, Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball, Hormonspirale

  • bei bekannter Thrombophilie, aber ohne Vorliegen von Antiphospholipid-Antikörpern; Alternativen: Gestagenpille, Dreimonatsspritze, Hormon-Implantat, Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball, Hormonspirale

  • bei Vorliegen von Antiphospholipid-Antikörpern im Rahmen einer Thrombophilie; Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • bei akuter Virushepatitis; Alternativen: Gestagenpille, Dreimonatsspritze, Hormon-Implantat, Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball, Hormonspirale

  • bei schwerer (dekompensierter) Leberzirrhose; Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • bei einem Leberzelladenom oder Hämangiom der Leber; Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • bei Leberstoffwechselstörungen (intrahepatische Cholestase, Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom, Schwangerschaftsikterus in der Vorgeschichte, Porphyrien); Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • bei bösartigen Lebertumoren; Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • bei schweren Fettstoffwechselstörungen (Hypertriglyceridämie mit Triglyceriden >400 mg/dl, Hypercholesterinämie mit einem Gesamt-Cholesterin >260 mg/dl und einem LDL-Cholesterin >190 mg/dl); Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • bei Raucherinnen ab 35 Jahren; Alternativen: Gestagenpille, Dreimonatsspritze, Hormon-Implantat, Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball, Hormonspirale

  • bei Migräne in Verbindung mit Sehstörungen, Sprachstörungen oder Schwäche, Fremdgefühl oder Taubheitsgefühl in einem Körperteil (fokalen neurologischen Symptomen); Alternativen: Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball

  • in der Stillzeit; Alternativen: Gestagenpille, Dreimonatsspritze, Hormon-Implantat, Kupferspirale, Kupferkette, Kupferperlen-Ball, Hormonspirale

 

Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann nicht das ärztliche Gespräch ersetzen!

 

Verhütung in speziellen Risikosituationen:

 

Adipositas:

Schon bei einer Adipositas Grad I ist unter Einnahme von Antibabypillen das Thromboserisiko um das Zwei- bis Dreifache erhöht. Außerdem wird eine höhere Versagerquote bzgl. der Verhütungssicherheit bei Adipösen diskutiert. Gesichert ist dies für Verhütungs-Pflaster- Systeme: Ihre Zuverlässigkeit sinkt bei Anwenderinnen mit einem Körpergewicht von über 90 kg. Bei Adipositas Grad II oder III sind Antibabypillen dehalb relativ kontraindiziert. Als mögliche Alternativen kämen hier der Einsatz einer östrogenfreien Pille oder eine Kupferspirale in Betracht. Bei einer Adipositas Grad I sind weitere Risikofaktoren zu berücksichtigen, wie z. B. Rauchen, Alter ≥ 35 Jahre, Bluthochdruck oder Migräne.

 

Antikoagulantiendauertherapie mit Cumarinen oder Heparinen:

Antibabypillen sind während einer Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten zur Vehütung als auch zur Therapie der oft auftretenden Blutungsstörungen bevorzugt als Langzeiteinnahme anwendbar. Durch Ethinylestradiol, einen Inhaltsstoff von Antibabypillen, kann die Ausscheidung von Antikoagulantien erhöht werden. Daher sollte ab Beginn der Einnahme der Quick-Wert (Parameter für die Funktionsleistung der Blutgerinnung) kontrolliert werden. Noch vor Absetzen der Antikoagulantiendauertherapie sollte nach alternativen Methoden zur Verhütung gesucht werden.

 

Chloasma:

Eine Östrogenanwendung ist, wenn überhaupt, nur in niedrigster Dosierung möglich. Antibabypillen sollten dann, insbesondere bei intensiver Sonneneinstrahlung, am Abend eingenommen werden, um möglichst in der Nacht die höchsten Steroidspiegel zu erreichen. Alternative Methoden sind daher sinnvoll, wie Gestagenpille, Depotgestagene (kein NETA) oder die Hormon- und Kupferspiralen. In Einzelfällen wurde auch über die Induktion eines Chloasmas durch synthetische Gestagene berichtet. Insbesondere Risikopatientinnen, bei denen ein Chloasma gravidarum bekannt ist, sollten gänzlich auf eine hormonelle Verhütung verzichten.

 

Colitis ulcerosa:

Antibabypillen sind in der aktiven Phase einer Entzündung der Rektum- und Dickdarmschleimhaut relativ kontraindiziert, da sie den Schub verstärken können. Ansonsten ist eine Anwendung möglich. Besteht eine Zyklusabhängigkeit der Colitis ulcerosa, sollte eine Anwendung während nicht aktiver Phasen im Langzyklus erfolgen. Bemerkung: Da die Resorption der Antibabypille bereits im Dünndarm erfolgt, hat Durchfall normalerweise keine Auswirkung auf die Sicherheit der Verhütung.

 

Diabetes mellitus:

Antibabypillen sind bei einem Diabetes mellitus ohne Folgeerkrankungen nicht kontraindiziert. Bevorzugt sollten einphasige Präparate mit antiandrogen wirksamen Gestagenen angewendet werden. Die Einnahme sollte im Langzyklus erfolgen, da Abbruchblutungen stets zu einer Verschlechterung des Stoffwechsels führen. In den ersten 3 Monaten der Einnahme sollten Gewicht, Blutdruck, Glukosespiegel, HbA1c-Spiegel und Blutfettwerte kontrolliert werden.

 

Fokale noduläre Hyperplasie der Leber (FNH):

Frauen mit einer FNH können Mikropillen mit bis zu 20 Mikrogramm Ethinylestradiol anwenden.

 

Gallensteine oder Entzündung der Gallenblase:

Antibabypillen können das Risiko für die Bildung von Gallensteinen leichtgradig erhöhen und sollten deshalb bei Vorliegen von Gallensteinen oder einer Entzündung der Gallenblase eher nicht verwendet werden.

 

Meningeom:

Antibbaypillen und systemische Gestagene sind relativ kontraindiziert. Alternativen sind Kupferspiralen oder Hormonspiralen, da bei letzteren kaum eine systemische Wirkung zu erwarten ist.

Morbus Crohn:

Antibabypillen üben keinen Einfluss auf die Erkrankung aus und sind deshalb nicht kontraindiziert. Niedrig dosierte Pillen sind jedoch zu bevorzugen. Bei zyklusabhängigen Morbus Crohn-Schüben ist die Anwendung als Langzeiteinnahme sinnvoll.

 

Multiple Sklerose:

Antibabypillen verzögern das Auftreten der Symptomatik, so dass die Anwendung von Antibabypillen sinnvoll ist, besonders als kontinuierliche Langzeiteinnahme.

 

Myokarditis:

Antibabypillen sind bei einer Myokarditis relativ kontraindiziert. Alternative Methoden sind Gestagenmonopräparate oder eine Hormonspirale.

 

Pseudotumor cerebri (idiopathische intrakranielle Hypertonie):

Antibabypillen sollten nur bei strenger Indikationsstellung und Nutzen-Risiko-Abwägung unter engmaschiger ophthalmologischer Kontrolle eingenommen werden. Eine weitere Steigerung des intrakraniellen Drucks ist auszuschließen. Gestagenmonotherapien sind absolut kontraindiziert.

 

Psoriasis vulgaris:

Hormonelle Kontrazeption jeder Art ist möglich. Bei einer zyklusabhängigen Psoriasis ist die Anwendung von Antibabypillen als Langzeiteinnahme oder als Langzyklus empfehlenswert, denn die durch Psoriasistherapeutika induzierte Menorrhagie kann so mitbehandelt werden.


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